Warum Google ein neues Symbolsystem eingeführt hat
Vor der Einführung des heutigen Systems präsentierte sich der Google Play Store visuell
sehr uneinheitlich. App-Symbole unterschieden sich stark in Form, Proportion,
Randgestaltung und dem Einsatz von Schatten. Manche Icons waren rund, andere eckig,
einige hatten dicke Rahmen oder starke Schlagschatten, während andere komplett flach
gestaltet waren.
Das führte zu unruhigen App-Listen, einer schlechten Vergleichbarkeit zwischen
Anwendungen und immer wieder zu Darstellungsproblemen auf unterschiedlichen Geräten und
Bildschirmgrößen. Besonders bei neuen Layouts oder Plattformen – etwa Tablets,
Chromebooks oder Wearables – stießen diese frei gestalteten Symbole schnell an ihre
Grenzen.
Mit dem neuen Symbolsystem verfolgt Google deshalb ein klares Ziel: mehr visuelle
Einheitlichkeit, bessere Lesbarkeit und eine konsistente Nutzererfahrung – unabhängig
davon, auf welchem Gerät oder in welchem Kontext der Play Store genutzt wird.
Einheitliche Grundformen sorgen dafür, dass der Fokus auf dem eigentlichen Artwork liegt
und nicht von zufälligen Rändern, Schatten oder Umrissen abgelenkt wird.
Freeform vs. einheitliches Symbolformat
Abbildung 1: Freeform vs. einheitlich
Statt fertige, individuell geformte Icons hochzuladen, laden Entwickler:innen heute ein
quadratisches Original-Asset hoch. Dieses dient als Basis für alle weiteren
Darstellungen. Abgerundete Ecken, Maskierungen und systemweite Schlagschatten werden
nicht mehr im Icon selbst angelegt, sondern vollständig von Google Play automatisch und
dynamisch erzeugt.
Der große Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Flexibilität: Das gleiche Symbol kann an
unterschiedliche UI-Größen, Layouts und Oberflächen angepasst werden, ohne dass mehrere
Versionen gepflegt werden müssen. Gleichzeitig bleibt die Darstellung im gesamten Store
konsistent und folgt einem klar definierten visuellen Raster.
Abbildung 2: Dynamische Verarbeitung
Zentrale Anforderungen an Google-Play-Symbole
Damit dieses System zuverlässig funktioniert, definiert Google klare technische
Mindestanforderungen für App-Icons. Das Symbol muss in einer Auflösung von 512 × 512
Pixeln vorliegen, als 32-Bit-PNG gespeichert sein, den sRGB-Farbraum nutzen und darf
eine maximale Dateigröße von 1024 KB nicht überschreiten. Wichtig ist außerdem, dass das
Asset ein vollständiges Quadrat ohne Rundungen ist und keinerlei äußere Schlagschatten
enthält.
Abgerundete Ecken und Schatten dürfen ausdrücklich nicht Teil der Grafik sein, da diese
Elemente später automatisch von Google Play hinzugefügt werden. Nur so kann
sichergestellt werden, dass alle Symbole im Store einheitlich wirken und technisch
sauber verarbeitet werden.
Gestaltung mit Keylines statt Zwangsfüllung
Ein zentrales Element der Designrichtlinien sind die sogenannten Keylines. Dabei handelt
es sich um visuelle Hilfslinien, die Designer:innen dabei unterstützen, Logos oder
grafische Elemente harmonisch innerhalb des quadratischen Icon-Bereichs zu platzieren.
Diese Keylines geben Orientierung, ohne die Gestaltung unnötig einzuschränken. Logos
müssen beispielsweise nicht zwangsläufig den gesamten Bereich ausfüllen, sondern dürfen
bewusst mit Freiraum arbeiten. Illustrative Motive hingegen können randlos gestaltet
werden, wenn es dem Motiv dient. Wichtig ist lediglich, dass Markenformen nicht verzerrt
oder künstlich skaliert werden, nur um den verfügbaren Raum maximal auszunutzen. So
bleibt genügend kreative Freiheit erhalten, ohne die visuelle Einheitlichkeit des Stores
zu gefährden.
Abbildung 3: Keylines
Was im App-Symbol ausdrücklich verboten ist
Google Play zieht bei bestimmten Inhalten im App-Icon eine klare Grenze. Das Symbol soll
ausschließlich die App selbst repräsentieren und darf nicht als Marketingfläche genutzt
werden. Entsprechend sind Texte oder Grafiken zu Rankings, Bewertungen oder
Platzierungen ebenso untersagt wie Play-Programm-Badges, Installationsaufrufe oder
andere systemnahe Hinweise.
Auch werbliche Inhalte wie Rabatte, Sonderaktionen oder zeitlich begrenzte Angebote haben
im App-Icon nichts zu suchen. Darüber hinaus sind irreführende oder täuschende Elemente
ausdrücklich verboten. Das Icon soll Vertrauen schaffen und eine klare visuelle
Identität transportieren – nicht Aufmerksamkeit um jeden Preis erzeugen.
Abbildung 4: Don’ts
Schatten: erlaubt, aber kontrolliert
Schatten sind im App-Icon grundsätzlich erlaubt, allerdings nur als Bestandteil des
eigentlichen Artworks. Illustrative Schattierungen oder Lichtverläufe innerhalb der
Grafik sind möglich und können gezielt eingesetzt werden, um Tiefe oder Materialität zu
vermitteln.
Äußere Schlagschatten oder Effekte, die über das eigentliche Motiv hinausgehen, sind
hingegen nicht erlaubt. Diese werden später automatisch von Google Play hinzugefügt. Die
finale Tiefenwirkung entsteht somit aus der Kombination aus Artwork und systemseitiger
Verarbeitung. Das sorgt dafür, dass das Icon gestalterisch flexibel bleibt, gleichzeitig
aber in allen Darstellungsvarianten konsistent und systemkonform wirkt.
Abbildung 5: Schatten
Kompatibilitätsmodus und Migration
App-Symbole, die nicht den neuen Vorgaben entsprechen und vor der Umstellung hochgeladen
wurden, hat Google Play automatisch in einen sogenannten Kompatibilitätsmodus überführt.
In diesem Fall werden die Icons verkleinert und an das neue Keyline-Raster angepasst, um
sie zumindest optisch in das neue System einzubetten.
Neue App-Symbole nach alter Spezifikation hochzuladen, ist bereits seit 2019 nicht mehr
möglich. Wer heute eine App veröffentlicht oder ein bestehendes Icon aktualisiert, muss
zwingend die aktuellen Richtlinien einhalten.
Kurzzusammenfassung – die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Google Play nutzt ein einheitliches Symbolsystem für mehr Konsistenz und bessere Nutzererfahrung
- App-Icons werden als quadratisches Original-Asset hochgeladen, Maskierung und Schatten erfolgen automatisch
- Klare technische Vorgaben zu Größe, Format, Farbraum und Dateigröße
- Keylines helfen bei der Platzierung von Logos und Motiven ohne Zwangsfüllung
- Marketing-Inhalte, Bewertungen und irreführende Elemente sind im Icon verboten
- Schatten sind nur innerhalb des Artworks erlaubt, äußere Effekte übernimmt Google Play
- Alte Icons werden im Kompatibilitätsmodus angepasst, neue müssen den aktuellen Richtlinien entsprechen