Um diese Aufgaben einfacher und strukturierter anzugehen, hat unser UX Team eine
Sammlung von UX Hacks erstellt.
Dabei geht es um kurze, praktische Ansätze, die sich im Projektalltag bewährt haben und
ohne großen Aufwand eingesetzt werden können.
Die Hacks zeigen unterschiedliche Perspektiven und sollen dabei helfen, UX-Prozesse
klarer, effizienter und nachvollziehbarer zu gestalten.
1. Design Lint Plugin
Das
Design Lint Plugin
ist ein hilfreicher UX-Hack für die schnelle Qualitätskontrolle von Designs in Figma.
Es unterstützt Teams dabei, sauber und konsistent zu arbeiten, insbesondere wenn Figma
zunehmend im Design-to-Code-Prozess eingesetzt wird.
Abbildung 1: Design Lint Plugin in Figma zur Prüfung von Komponenten,
Styles und Abständen
Das Plugin überprüft Designs automatisch auf korrekt angelegte Komponenten und Styles
und erkennt nicht definierte oder inkorrekte Farben,
Text-Styles, Effekte und Abstände. So hilft es, Designsystem-Regeln konsequent
einzuhalten, spart Zeit bei Reviews und reduziert manuelle Fehlerchecks.
Gleichzeitig erleichtert es die Übergabe von Design zu Code, da eine schnelle visuelle
Prüfung möglich ist,
ohne jedes Detail einzeln kontrollieren zu müssen.
2. Vispero Color Contrast Checker
Der
Vispero Color Contrast Checker
ist ein praktischer UX-Hack für einen schnellen WCAG-Konformitätscheck von
Farbkontrasten in Designs.
Abbildung 2: Vispero Color Contrast Checker für WCAG-konforme
Farbkontraste
Er ermöglicht einen direkten Vergleich von Vorder- und Hintergrundfarben anhand der
WCAG-Guidelines,
sodass die Lesbarkeit von Text und UI-Elementen überprüft werden kann.
Über einfach zu bedienende Farb-Slider lassen sich Farben schrittweise anpassen,
bis die gewünschten Kontrastwerte erreicht sind.
Außerdem bietet das Tool einen Farblindensimulator, mit dem sich testen lässt,
wie Farben für Nutzer*innen mit verschiedenen Formen von Farbsehschwächen wahrgenommen
werden –
ein wichtiger Schritt, um Barrierefreiheit und Lesbarkeit für alle sicherzustellen.
3. Präsentationen smart dokumentieren mit KI
Präsentationen lassen sich mit KI einfach und effizient dokumentieren, ohne zusätzliches
Mitschreiben.
Während eine Person präsentiert, wird der Inhalt per Audioaufnahme festgehalten –
in unserem Fall über die Diktier- bzw. Aufnahmefunktion auf dem iPhone.
Die KI transkribiert die Aufnahme anschließend automatisch und strukturiert den
gesprochenen Inhalt
zu einem übersichtlichen Text. So entstehen schnell klar gegliederte und
weiterverwendbare Inhalte,
die sich leicht teilen und dokumentieren lassen – mit minimalem Zeitaufwand.
4. WCAG Contrast Checker Plugin im Browser
Das
WCAG Contrast Checker Plugin
im Browser ermöglicht eine schnelle Überprüfung von Farbkontrasten direkt auf
bestehenden Webseiten.
Abbildung 3: Browser-Plugin zur Prüfung von Farbkontrasten direkt auf
Webseiten
Der Kontrast kann entweder über das Plugin selbst geprüft werden oder über die DevTools
des Browsers,
indem ein Element ausgewählt und dort die Farbeigenschaften aufgerufen werden.
So lässt sich direkt erkennen, wie gut der Kontrast zwischen Vorder- und
Hintergrundfarbe ist
und ob die WCAG-Richtlinien erfüllt werden.
Das Plugin eignet sich besonders für schnelle Checks im laufenden Projekt
oder zur Überprüfung bestehender Oberflächen.
5. KI-Funktion „Generatives Erweitern“ in Adobe Premiere Pro
Die KI-Funktion „Generatives Erweitern“ in Adobe Premiere Pro ermöglicht es,
Video- und Audio-Clips am Anfang oder Ende automatisch zu verlängern.
Dabei generiert die KI zusätzliche Frames und sorgt für nahtlose Übergänge,
ohne harte Schnitte.
Abbildung 4: KI-gestützte Verlängerung von Video- und Audio-Clips in
Premiere Pro
Die Funktion bietet eine praktische Alternative zu Zeitlupe, Standbildern
oder dem Duplizieren einzelner Frames. Die Bedienung erfolgt direkt in der Timeline,
indem die Clipkante gezogen wird und die KI den neuen Bereich automatisch erzeugt
und kennzeichnet.
Kreativ eingesetzt lassen sich so längere Reaktionen, ruhigere Szenenabschlüsse
oder passende Verlängerungen von Hintergrund-Audio umsetzen.
Technisch ist eine Video-Verlängerung von bis zu zwei Sekunden
und eine Audio-Verlängerung von bis zu zehn Sekunden möglich,
bei definierten Mindestlängen der Clips.
Die Funktion basiert auf Adobe Firefly und erzeugt kommerziell nutzbare Ergebnisse,
wobei ausschließlich lizenzierte und gemeinfreie Inhalte genutzt werden
und keine Kundendaten in das Training einfließen.
6. Coolors – schneller Farbpaletten-Generator für UI/UX
Coolors
ist ein praktisches UX-Hack, um schnell zu stimmigen Farbpaletten
für UI- und UX-Designs zu kommen.
In wenigen Sekunden lassen sich Paletten generieren, einzelne Farben fixieren
und Varianten weiterentwickeln. Zusätzlich bietet das Tool Inspiration
durch eine Galerie fertiger Paletten sowie die Möglichkeit,
Farben direkt aus Bildern zu extrahieren –
etwa aus Moodboards, Brand-Assets oder Screenshots.
Abbildung 5: Coolors erzeugt stimmige Farbpaletten für UI- und UX-Design
Hilfreich für den UX-Alltag sind außerdem Kontrast- und Accessibility-Checks
zur besseren Einschätzung der Lesbarkeit sowie Vorschauen,
in denen Farben direkt im Einsatz gezeigt werden.
Die Paletten lassen sich speichern, sammeln und für den weiteren
Design- oder Development-Workflow exportieren,
zum Beispiel für Figma oder als CSS-, HEX- oder RGB-Werte.
Die vorgestellten UX Hacks zeigen, dass es oft kleine, pragmatische Ansätze sind,
die den UX-Alltag spürbar erleichtern können.
Ob Design, Barrierefreiheit, Dokumentation oder kreative Workflows –
die Hacks lassen sich flexibel einsetzen und je nach Projektanforderung anpassen.
Sie sollen dabei nicht als feste Regeln verstanden werden,
sondern als Anregung, eigene Prozesse zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Vielleicht ist ein Hack dabei, der sich direkt im nächsten Projekt anwenden lässt
oder als Ausgangspunkt für neue Ideen dient.